Die Bulgarische orthodoxe Kirchengemeinde "Die Heiligen Kyrill und Methodius"-Hamburg e.V.  gehört zur Diözese von West- und Mitteleuropa des bulgarischen Patriarchates. Dieser steht s.E. Metropolit Antoniy mit Hauptsitz in Berlin vor.
 
„Mein Haus soll ein Bethaus heißen“
Matthäus, 21:13

Von ihrer Gründung im Jahr 2007 bis zum Frühjahr 2019 war die bulgarische orthodoxe Kirchengemeinde in Hamburg "zu Gast" und unter Miete in verschiedenen Gebäuden der evangelischen Kirche in der Stadt.

In den ersten Jahren feierte die Gemeinde Gottesdienste in der Bugenhagenkirche in Barmbek. Dann wurde sie vorübergehend in einem Kirchengebäude in der Röntgenstraße untergebracht, um wenige Monate später in die Kapelle am Friedhof Diebsteich zu ziehen.

Im November 2018 übernahm die Gemeinde langfristig die Osterkirche in Eilbek, wo sie dann zum Gedenktag ihrer Schutzheiligen am 11. Mai 2019 ihren Einzug feierte.

Durch die Gnade Gottes haben wir nun endlich unser Gotteshaus.

ZUM GEBÄUDE

Das Kirchengebäude der Osterkirche ist ein wahrer Segen, nicht nur wegen seiner hervorragenden Lage in der Stadt, sondern auch wegen der Schönheit, Einfachheit und Rafinesse seiner architektonischen Form. Errichtet wurde es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Entwürfen des Architekten Alexis de Chateauneuf.

Unsere Aufgabe ist es, das Gebäude zu erhalten und zu pflegen. Deshalb wurden in ehrenamtlicher Arbeit noch vor dem Einzug umfangreiche Renovierungsmaßnahmen verrichtet. Auch eine neue Heizungsanlage wurde in diesem Zuge installiert.

Das für eine Friedhofskapelle einer evangelischen Gemeinde geplante Kirchengebäude weist Stilmerkmale auf, die verständlicherweise nicht dem Kanon der orthodoxen Kirche entsprechen.

Unser erstes Ziel ist einen Weg zu finden, diese schöne evangelische Kirche in ein orthodoxes Gotteshaus umzuwandeln, wobei die kanonischen Anforderungen mit der Ästhetik der ursprünglichen Architektur in Einklang gebracht werden sollten. Während wir bemüht sind, Rücksicht auf die baulichen Gegebenheiten zu nehmen, ohne sie zu zerstören, haben wir uns gleichzeitig das Ziel gesetzt, einen Kirchenraum und eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich orthodoxe Christen zuhause fühlen. Dies setzt die Integration mehrerer Elemente voraus, die für den orthodoxen Gottesdienst funktional wesentlich sind.

AUSSTATTUNG

Ikonostase

Die schwerwiegendste Änderung ist die Aufstellung einer Ikonostase, die physisch den Eingang zum Altarraum darstellt - das Allerheiligste des eucharistischen Gottesdienstes und symbolisch das Tor zum Himmelreich, wo jenseits von Zeit und Raum die heilige göttliche Liturgie stattfindet.

Die Entscheidung, die Ikonostase aus Stein zu machen, wurde von zwei Hauptmotiven gewissermaßen vorgegeben. Die Mosaikikonen, welche von der jungen bulgarischen Künstlerin Teodora Yordanova zwei Jahre zuvor für unsere Gemeinde angefertigt wurden, erfordern aufgrund ihrer monumentalen Ausführungstechnik, in eine Stein- oder Backstein-Ikonostase gelegt zu werden. Die architektonischen Elemente des Gebäudes stellen das zweite Element dar, das die Wahl auf das Material Stein fallen ließ.

Mittelbyzantinische Vorbilder dienten aufgrund ihrer klaren Form und funktionalen Prägnanz als Bezugspunkt. Projektplanung und Ausführung wurden von der bulgarischen Firma Minerali M vorgenommen. Das Material Vratsa-Kalkstein - hell und sanft in der Farbe - korrespondiert mit der Farbgebung des Rauminneren.

Altartisch und Synthron

Auch die Umgestaltung des Altartisches gehört zur neuen Kirchenaustattung. Da die alte Altarmensa zu groß war für den kultischen Gebrauch, wurde der Stein der alten für eine neue genutzt. Diese wurde wiederum in Entsprechung zu den Säulen der Ikonostase, ebenfalls mit Säulen nobilitiert. 

In der Apsis - in unserem Fall an der Stirnwand der Kirche - gehört nach orthodoxem Ritus eine eine steinerne stufenförmige Sitzgelegenheit, die Synthronon genannt wird. In deren Mitte erhebt sich der Thron Chisti und darauf darf nur der höhere Klerus Platz nehmen. Auch das Synthronon wird aus dem selben Kalkstein wie die Ikonostase und die Säulen des Altartisches gemeißelt und wurde von der Firma Minerali M hergestellt.

Möbel im Altarraum

Ein Teil der Umbaumaßnahmen in der Kirche ist die Einrichtung besonderer Räume, die in der orthodoxen Kirche unterschiedlichen liturgischen Bedürfnissen dienen. Auf der linken Seite befindet sich normalerweise die Prothesis, in der die Proskomidie (die Vorbereitung der Hl. Gaben) zelebriert wird und liturgische Gegestände sowie Bücher aufbewahrt werden. Und auf der rechten Seite findet das Diakonikon Platz - der Ort, an dem sich die Geistlichen für den Gottesdienst einkleiden und die lithurgischen Gewänder aufbewahrt werden können.

Diese beiden Räume sind in unserer Kirche auf funktionale Holzschränke mit schönen Schnitzereien reduziert. Der Entwurf und die Ausführung dafür stammen vom bulgarischen Holzschnitzer Tihomir Velichkov.

BILDERGALERIE