Sakramente


Taufe

Die Taufe ist das Sakrament, in dem der Gläubige durch dreimaliges Untertauchen in Wasser im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes für das fleischliche, sündige Leben stirbt und für das heilige Leben des Geistes geboren wird. Die Taufe wird nur einmal vollzogen, so wie der Mensch nur einmal geboren wird.


Deshalb ist eine Wiederholung dieses Sakraments nicht zulässig, sogar wenn es von Nichtorthodoxen jedoch nach allen wesentlichen Regeln gespendet wurde. Das Sakrament der Taufe setzte der Herr selbst ein. Keine einzige christliche Konfession, sogar wenn eine solche fast alle orthodoxen Regeln ablehnt, verwirft die Notwendigkeit der Taufe. Von der Taufe wird im Evangelium klar als von einer notwendigen Bedingung für den Eintritt in die Kirche gesprochen. “Wenn jemandnichtaus Wasser undGeistgeboren wird,kann er nicht in das Reich Gottes kommen” (Joh 3,5). Gewöhnlich werden bei den Orthodoxen die Kinder getauft, und sie können sich an das Sakrament der Taufe nicht erinnern. In unserer Zeit ist es aber keine Seltenheit, dass Erwachsene getauft werden, für welche die Taufe ein bedeutendes Ereignis ist, an das sie sich stets erinnern. An diesem Tag werden sie zu Mitgliedern der Kirche Christi, ändern entschlossen ihr Leben und geben das Versprechen, sich Christus anzuschließen und an Ihn als König und Gott zu glauben. Aus dem Tauf(!becken steigt der Mensch neugeboren heraus und lässt sein vorhergehendes Leben mit seinen Sünden zurück. Für den Empfang der Taufe ist zuallererst der Glaube an den Herrn und Sein Heiliges Evangelium erforderlich, aber auch an die Kirche, die Er auf Erden gegründet hat und die Sein Leib ist. Deshalb lässt der Priester während der Taufe auch das Glaubensbekenntnis sprechen. Wie ist das aber bei Kindern? Sie haben noch keinen bewussten Glauben, und wer kann verbürgen, dass sie gläubig aufwachsen? Diese Aufgabe übernehmen die Taufpaten, die deshalb bei der Taufe kleiner Kinder unbedingt erforderlich sind. Die Taufpaten haben die Verpflichtung, sich um ihre Taufkinder zu kümmern und sie im Geist der Orthodoxie und Frömmigkeit zu erziehen. Um dies versprechen zu können, müssen die Taufpaten selbst zumindest getauft und gläubig sein und ein Naheverhältnis zur Familie des Täuflings haben, da sie ja auch tatsächlich an seiner religiösen Erziehung teilhaben sollen. Einige werden fragen, ob es nicht besser sei, die Taufe auf eine Zeit zu verschieben, in der das Kind selbst sagen kann, dass es an Gott glaubt. Im Sakrament der Taufe erhält das Kind jedoch eine besondere Gnade, die ihm im Leben hilft. Es wird zum Mitglied der Kirche und kann dadurch an den Sakramenten teilhaben, so auch am Sakrament der Eucharistie, um die Heiligen Gaben Christi zu empfangen. Menschen mit Beobachtungsgabe wissen, welch großer Unterschied zwischen getauften Kindern, deren Eltern sie regelmäßig zur Kommunion bringen, und nicht getauften Kindern besteht. Was den Glauben betrifft, so gibt es ihn schon bei ganz kleinen Kindern. Der Glaube wird grundgelegt, bevor wir ihn mit Worten ausdrücken können,und der kindliche Glaube ist fester und unmittelbarer als der der Erwachsenen, deren Seele mit Sünden belastet ist. Jedes Kind hat einen Glauben, und die wichtigste Aufgabe der Eltern und Taufpaten ist es, diesen Glauben zu fördern und es nicht zuzulassen, dass er unter schlechtem Einfluss erlischt. Christus bezeichnete den kindlichen Glauben als Vorbild, als er sagte: “Wenn ihr nicht … wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.” Und diejenigen, die den Kindern verboten, zu Ihm zu kommen, erinnerte Er an die Worte des Propheten: “Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob. ” Sogar Säuglinge verherrlichen Gott, und Gott nimmt ihren Lobpreis an. Wie können wir uns da widersetzen? Die Taufe der Kinder war in der Antike mit der Taufe der Erwachsenen verbunden. Schon die Apostel tauften ganze Familien einschließlich der Kinder (in der Apostelgeschichte wird die Familie Lydias erwähnt, aberauch die des Gefängniswärters Krispus; der Apostel Paulus erwähnt die Familie und das Haus des Stephanas). Seit dem V. Jahrhundert wurde die Kindertaufe durch Konzilsbeschlüsse bestätigt, bis dahin wurde sie lediglich als Brauch praktiziert, der von den Aposteln ausging.

Quelle: http://www.deutsch-orthodox.de

nach oben


 

Myrosalbung(Firmung)

Das Sakrament der Myronsalbung (Firmung) wird heute zusammen mit dem Sakrament der Taufe gespendet, sofort im Anschluss daran. In diesem Sakrament wird der Getaufte mit heiligem Myron (ein in besonderer Weise geweihtes und wohlriechendes Öl mit komplizierter Zusammensetzung) an verschiedenen Stellen des Körpers gesalbt, und durch das heilige Myron wird ihm die Gabe des Heiligen Geistes gegeben, der hilft, im geistlichen Leben zu wachsen und stark zu werden.



Die Myronsalbung wird sofort nach dem Untertauchen in das Taufbecken und der Übergabe des Taufkreuzes und -kleides vollzogen. Der Priester liest ein Gebet, in dem er dem Herrn für die Reinigung und Heiligung des neuen Mitglieds der Kirche dankt, für seine Geburt aus dem Wasser und dem Geist, und in dem er um das Siegel des Heiligen Geistes durch die Myronsalbung bittet. Dieses Siegel des Herrn bewahrt und beschützt uns. Das heilige Myron -ein wohlriechendes vom Patriarchen geweihtes Öl -wird einmal in einigen Jahren geweiht und danach an die verschiedenen Pfarreien für die Spendung des Sakraments der Myronsalbung verschickt. Es wird im Taufkästchen des Priesters zusammen mit den anderen Utensilien aufbewahrt, die für die Taufe und Myronsalbung erforderlich sind.

Quelle: http://www.deutsch-orthodox.de

nach oben


 

Beichte (Reue)

Die Buße ist das Sakrament, in dem der Mensch, der seine Sünden bekennt, von Gott selbst Verzeihung erlangt, obwohl ihn sichtbar der Priester nach der Beichte von den Sünden losspricht. Die Buße ist für jeden Christen erforderlich, wenn er ein echtes Mitglied der Heiligen Kirche sein will, denn die Sünden trennen den Menschen von Gott, dem Quell alles Guten, und entfremden ihn Christus, der das Haupt der Kirche ist. Sogar die Heiligen haben ihre Sünden bekannt, dennje näher ein Mensch Gott ist, desto klarer sieht er seine Unwürdigkeit vor Ihm. Nur Gott ist ohne Sünde, die Menschen aber fallen seltener oder häufiger -aber ausnahmslos -in kleinere oder größere Sünden. Die Sünde ist ein furchtbares Übel, aber die Kirche lehrt, dass nicht die Sünde an sich so furchtbar ist, sondern wenn der Mensch nicht bereut und vor dem Priester in der Kirche seine Sünden nicht bekennt.

Unser Herr Jesus Christus hat die Sünden der Menschen der ganzen Welt auf dem Kreuzgesühnt, und jetzt kann auch der größte Sünder,wennervon Herzen bereut, auf Erlösung hoffen. Erinnern wir uns, dass auf Golgota neben dem Kreuz Christi auch zwei andere Kreuze gestanden sind, an denen die beiden Schächer hingen. Und jener Schächer, der auf dem Kreuz seine Sünden bereute und Christus bat “Denk an mich, wenn Du in Dein Reich kommst”, ging als Erster in das Himmelreich ein. Ohne Reue ist Erlösung unmöglich, deshalb wird es verständlich, welch große Bedeutung dieses Sakrament in der Kirche hat.

“Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist Er treu und gerecht; Er vergibt uns die Sünden und reinigtuns von allem Unrecht.”

Die Beichte bestand in der Kirche schon seit Beginn. Schon zu den Aposteln kamen Menschen “und bekannten offen, was sie (früher) getan hatten”. In jener Zeit war die Beziehung der Menschen zur Kirche so offen und das Bemühen um die Erlösung von den Sünden so stark, dass überall die allgemeine Beichte verbreitet war: der Sünder beichtete offen vor allen. Die Bußdisziplin war sehr streng. Für große Sünden wurden strenge Strafen auferlegt, bis hin zum Ausschluss aus der Kirche für lange Zeit, manchmal sogar bis zur Todesstunde. Für die Wiedereingliederung in die Kirche musste man nach einer schweren Sünde Werke der Buße vollbringen, nicht nur in Worten Reue zeigen, sondern auch in Taten und die Sünden durch einen reinen und untadeligen Lebenswandel wieder gutmachen. Der Sinn der Buße liegt nicht im Bekenntnis, dass man Sünder ist -dies wäre zu einfach, sondern in der Veränderung der Lebensweise, die zur Sünde führt. Sonst könnte man bei der Beichte sagen: “Verzeih mir, 0 Herr!” und zur nächsten Beichte mit den gleichen Sünden kommen. Deshalb überprüften die Christen in früheren Zeiten die Aufrichtigkeit der Buße, bevor die Absolution erteilt wurde.

Die Büßer wurden früher in vier Kategorien eingeteilt. Die WEINENDEN wagten das Kirchengebäude, wo die Gottesdienste gefeiert wurden, nicht zu betreten und baten bloß die Vorbeigehenden, für sie zu beten. Die HÖRENDEN standen im Vorraum und hörten die Worte des Gottesdienstes. Es war ihnen erlaubt, den Segen zu erbitten, aber genauso wie die Katechumenen durften sie an der Liturgie der Gläubigen nicht teilnehmen und verließen die Kirche unter Tränen bei den Worten:”Ihr Katechumenen, gehet hinaus!” Die ZU-BODEN-FALLENDEN standen schon in der Kirche selbst, wenn auch nur in ihrem hinteren Teil, und durften ebenfal1s an der Liturgie der Gläubigen nicht teilnehmen, nur die IN-DER-GEMEINSCHAFT-STEHENDEN blieben die ganze Zeit beim Gottesdienst. Sie durften aber nicht kommunizieren. Da aber früher alle Gläubigen kommunizierten, die bei der Liturgie anwesend waren, erlebten die Büßenden ihren Ausschluss von den Heiligen Gaben als besonders schwer.So streng behandelte die Kirche die Menschen, die sich freiwillig durch ihre Sünden von Christus trennten. Mit Beginn des IX. Jahrhunderts wurde die private Beichte überall eingeführt, und die Kategorien der Büßer wurden abgeschafft, aber auch damals wurde man für schwere Sünden auf Jahre exkommuniziert.


Die Vorbereitung auf die Beichte.

Obwohl die Buße ein eigenständiges Sakrament ist und bei Bedarfunabhängig von anderen Sakramenten empfangen werden kann, sogar außerhalb eines Gottesdienstes, ist sie doch der Tradition und dem Sinn nach mit der Vorbereitung auf den Empfang der Heiligen Gaben Christi verbunden. Das Gefäß der Seele muss gereinigt sein, bevor es die Heiligen Geheimnisse des Leibes und Blutes Christi aufnehmen kann. Damit die Beichte nicht zu einer bloßen Formalität vor dem Kommunionempfang wird, ist es notwendig, sich auf die Beichte entsprechend vorzubereiten. Bei den orthodoxen Christen ist es üblich, vor der Beichte und Kommunion Kanon-und Buß-Akathistos-Hymnen zu lesen sowie besondere Gebete, welche die Seele in die entsprechende Stimmung versetzen. Die großen Heiligen der Kirche, die Verfasser dieser Gebete, waren gleichzeitig auch Meister der Reue, deshalb sind alle ihre Gebete vom Geist der Buße durchdrungen. Die Reue ist der Schlüssel zum echten christlichen Leben, ohne sie ist es nicht möglich, in Eintracht mit Gott zu leben, da wir ständig von Ihm abfallen, diese oder jene Sünden begehen und der Wiedervereinigung und Vergebung bedürfen. Die Sünde sollte uns verhasst werden, dann wird auch unsere Reue aufrichtig sein. Wenn wir nicht den ehrlichen Wunsch haben, von unseren Sünden befreit zu werden und Gott um Verzeihung der Sünden zu bitten, wird uns alles Aufsagen der verschiedensten Sünden nach den Zehn Geboten oder auf andere Art und Weise nichts bringen. Oft kann aber eine solche Aufzählung von Sünden für diejenigen nützlich sein, die etwas vergessen haben, oder für Anfänger, die oft aus Unwissenheit meinen, dass sie keine Sünden haben und auch nicht wissen, was eine Sünde ist und was nicht. Einige Beichtväter empfehlen, bei der Vorbereitung zur Beichte die Zehn Gebote durchzulesen und so auch seiner eigenen Sünden gewahr zu werden und sie aufzuschreiben, um sie bei der Beichte nicht zu vergessen. Man muss wissen, dass vergessene, nicht gebeichtete Sünden -obwohl sie die Sünde nicht vertiefen wie die wissentlich verschwiegenen -dennoch im Gewissen bleiben, die Seele belasten und oft die Ursache fur schlechte Laune, seelisches Leid, aber auch verschiedene physische und psychische Krankheiten sind.

Die Regeln für das Lesen der Kanon-, Akathistos-Hyrnnen und Gebete vor der Beichte und Kommunion finden Sie im Orthodoxen Gebetbuch im Kapitel “Vorbereitung auf die heilige Kommunion” und auch im “Regelbuch” und “Kanonbuch”.


Der Ritus,

Der Priester steht vor den Ikonen und dem Pult, auf dem ein Evangeliar und ein Kreuz liegen, und liest hörbar die Gebete für die Beichtenden. Nach dem Ende dieser Gebete wendet sich der Priester den Anwesenden zu und spricht folgende Ermahnung: “Mein Kind! Christus steht unsichtbar hier und nimmt deine Beichte an. Schäme dich nicht, fürchte dich nicht, verheimliche nichts vor mir, sondern sage alles, was du gesündigt hast, sei nicht verlegen, um die Vergebung (der Sünden) von unserem Herrn Jesus Christus zu erlangen. Hier ist Sein Bild vor uns: ich bin nur der Zeuge, um vor Ihm alles zu bezeugen, was du mir sagen wirst. Wenn du mir etwas verheimlichen wirst, so wirst du die doppelte Sünde haben. Verstehe, dass du zu einer Heilstätte gekommen bist, so sollst du nicht ungeheilt von hier fortgehen.”Danach nennt der Priester gewöhnlich die Sünden, die Beichtende begangen haben könnten, und ruft zur aufrichtigen Reue auf. Dann beginnt die eigentliche Beichte. Die Beichtenden gehen einer nach dem anderen zum Priester, der mit dem Epitrachelion (Stola) bekleidet vor dem Pult mit dem Kreuz und dem Evangeliar steht und jeden Herantretenden anhört. Furcht und Scham sind hier fehl am Platz. Der Ort der Beichte ist eine geistliche Heilstätte. Man soll sich vor dem Priester überhaupt nicht schämen. Er hört so viele Beichten, dass er sich daran gewöhnt hat, den Sünder nicht zu verurteilen, sondern sich über seine Reue zu freuen. Viele Beichtväter sagen, dass sie diejenigen Menschen mehr lieben, die aufrichtig ihre Sünden bekennen, und nicht versuchen, sich zu rechtfertigen, oder von ihren Sünden undeutlich sprechen und sie nicht direkt benennen.Nach dem Sündenbekenntnis legt der Priester sein Epitrachelion (Stola) auf das Haupt des Beichtenden, spricht das Absolutionsgebet und segnet ihn während der letzten Worte. Manchmal gibt der Priester vor dem Gebet noch nützliche Ratschläge, wie man die Sünde überwinden kann oder verhängt eine kirchliche Buße (Epitimie). Epitimie ist ein griechisches Wort und bedeutet “auferlegte Strafe”. Heute ist diese “Strafe”oft nicht mehr der Ausschluss von der Kommunion für eine bestimmte Zeit, sondern der Auftrag, Gebete oder eine bestimmte Anzahl von Kniefällen zu machen, Akathistos-Hymnen mehrmals zu lesen, zu fasten, Wohltätigkeit zu üben oder ähnliche geistliche Übungen zu verrichten. Der Priester kann die Lossprechung von den Sünden auch solange verweigern, bis die Epitimie erfüllt ist. Wenn die in der Beichte bekannten Sünden gegen einen anderen Menschen gerichtet waren, kann und muss der Priester fordern, sich mit diesem Menschen zu versöhnen und ihn um Verzeihung zu bitten. Unversöhntheit ist nämlich ein Haupthindernis für den Empfang der heiligen Kommunion.Nach dem Absolutionsgebet bekreuzigt sich der Beichtende und küsst das Kreuz und das Evangeliar auf dem Pult.

Quelle: http://www.deutsch-orthodox.de

nach oben


 

Kommunion (Eucharistie)

Die Kommunion ist das Sakrament, in dem der Gläubige Leib und Blut Christi unter der Gestalt von Brot und Wein empfängt. Die Kommunion erfolgt zur Vergebung der Sünden und zum ewigen Leben. Das Sakrament der Kommunion erneuert im Menschen das Leben der Gnade in Christus. Wenn wir kommunizieren, d. h. Seinen Leib und Sein Blut empfangen, werden wir selbst als Glieder Seiner Kirche ein Teil Seines Leibes. Die Kommunion wird gewöhnlich in der Kirche bei der Eucharistiefeier (siehe “Der Gottesdienst”), d. h. während der Liturgie, gespendet.

Der Empfang der Heiligen Gaben ist zur Erlangung des ewigen Lebens unbedingt erforderlich. Der Herr spricht im heiligen Evangelium: “Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.”


Die Kommunion.

Die Gläubigen, die in der Liturgie kommunizieren wollen, müssen vorher beichten und vom Priester die Absolution bekommen. Auf den Empfang der Kommunion muss man sich unbedingt durch Fasten (gewöhnlich drei Tage), verstärktes Gebet, milde Gaben, gute Taten, Enthaltsamkeit von sündigen Werken und sogar Gedanken und Verzicht aufverschiedene Arten von Unterhaltung und Vergnügungen vorbereiten.

Am Abend vor der Kommunion sollte man am Abendgottesdienst in der Kirche teilnehmen, da der kirchliche Tag bereits mit dem Vorabend beginnt. Nach dem Gottesdienst sollte man in innerer Gebetshaltung verbleiben. Zu Hause kann man ein wenig essen, aber nur bis 12 Uhr Mitternacht. Nach Mitternacht darfman weder essen noch trinken, noch rauchen (Rauchen ist eine sündige Angewohnheit und wird von der Orthodoxen Kirche verurteilt). Viele, die sich auf den Empfang der Kommunion vorbereiten, verzichten auf jedes Essen nach dem Abendgottesdienst.

Am Abend liest man die Kanon-Hymnen zum Erlöser, zur Gottesmutter und zum Schutzengel, die im Gebetbuch enthalten sind. Der Morgen beginnt mit den Morgengebeten und der Regel zur Kommunion, obwohl man diese Gebete auch am Vortaglesen kann. Aufden EmpfangderKommunionsollte man sich auch körperlich vorbereiten: sich waschen, schön kleiden usw. Der Kommunikant sollte aufkeinen Fall zu spät zum Gottesdienst kommen.Es ist sogar besser, vor Beginndes Gottesdienstes zukommen, Kerzen aufzustellen und sich aufeinen passendenPlatz zustellen.Während des Gottesdienstes sollte man diesen Platz nicht verlassen, außer man geht zur Beichte. Alle Kommunikanten versammeln sich beim Ambon (siehe Darstellung auf Seite 21), wohin der Priester den Kelch zur Spendung der heiligen Kommunion aus dem Altar hinausträgt. Man macht einen Kniefall (Proskynesis), legt die Hände kreuzförmig über die Brust, die rechte über die linke, und tritt der Reihe nach zu den Heiligen Gaben heran. Dabei nennt man deutlich seinen christlichen Vornamen und öffnet den Mund für den Empfang der Heiligen Gaben. Nach dem Empfang der Heiligen Gaben küsst man den Fuß des Kelches und geht ohne Verneigung und Kreuzzeichen zum Tisch, wo für die Kommunikanten mit Wein vermischtes warmes Wasser und Prosphoren vorbereitet sind.Nachdem man diesen Wein und eine Prosphore zu sich genommen hat, soll man still für sich den Herrn verherrlichen: “Ehre sei Dir, 0 Gott, Ehre sei Dir, 0 Gott, Ehre sei Dir, 0 Gott!” Nach dem Empfang der Kommunion sollte man die innere Stille beibehalten und schweigen.

((Книга о церкви: Лоргус,Дудко))

Quelle: http://www.deutsch-orthodox.de

nach oben


 

Krönung (Eheschließung)

Im Sakrament der Ehe segnet die Kirche das Brautpaar für sein gemeinsames Leben und für die Geburt und Erziehung der Kinder. Der Bräutigam und die Braut müssen dabei Gott versprechen, dass sie einander das ganze Leben treu bleiben werden. Natürlich müssen ein solches Versprechen und die Ehe selbst freiwillig und ohne Zwang sein, weil sie ein Abbild der Verbindung Christi mit der Kirche ist. Warum das so ist und warum die Ehe zwischen Mann und Frau der mystischen Verbindung Christi mit der Kirche gleicht, ist ein großes Geheimnis, aber es ist so. Der Bräutigam und die Braut sollten sich der Wichtigkeit dieses Augenblicks bewusst werden, wenn der Priester sie bei der Feier des Sakraments im Namen des Herrn krönt; von diesem Moment an sind sie nicht mehr zwei verschiedene Menschen, sondern “ein Leib”, den niemand zerstören soll oder darf. “Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen”, lesen wir im Evangelium. Und in der Tat, die Scheidung der Eheleute ist nicht nur vor den Kindern, die sie geboren haben, eine Sünde, sondern auch vor Gott und Seiner Kirche, sie ist eine Verletzung und eine Missachtung der Heiligkeit des Sakraments und deshalb auch eine Gotteslästerung.


Wie die Ehe begründet wurde.

Im ersten Buch der Bibel wird beschrieben, wie Gott aus Erde den ersten Menschen, Adam, erschaffen hat und wie Er ihm eine Helferin schuf, Eva, d. h. Leben. “Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt”, so lautet Gottes Wort, das uns im ersten Buch Mose überliefert wurde. “Seidfruchtbar und vermehrt euch “, trug Gott dem ersten Ehepaar auf, von dem die gesamte Menschheit stammt.

“Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. ” So spricht der Herr. Was kann stärker sein als die Verbindung zwischen einer Mutter und ihrem Kind? Doch auch sie tritt in den Hintergrund, wenn eine Ehe geschlossen wird. Der Mensch verlässt Vater und Mutter, und es entsteht eine neue Familie. Natürlich sind die Verpflichtungen der Kinder den Eltern gegenüber nicht aufgehoben, aber der Vorrang der Verbindung zwischen Mann und Frau bleibt bestehen. Sogar Vater oder Mutter haben kein Recht, die Eheleute zu trennen oder für sie die Hauptautorität in ihren Konflikten zu sein. Die Eheleute regeln alles untereinander und mit Gott, denn ihnen allein, und niemandem sonst, ist die Gnade der Ehe gegeben, und diese sakramentale Gnade leitet und erleuchtet sie in schwierigen Phasen des Ehelebens, die keinem erspart bleiben.

Der Mann ist das Haupt der christlichen Familie. Bei der Trauung wird aus dem Apostelbrief gelesen, in dem es heißt, dass der Mann die Frau lieben muss wie sich selbst, die Frau aber ihren Mann fürchten. Das eine kann nicht ohne das andere sein: weder die Liebe des Mannes noch die Furcht der Frau, die natürlich keine gewöhnliche Furcht (Angst) ist, denn diese existiert für jemanden, der liebt, nicht. Es ist die gleiche Furcht, wie sie der Mensch vor Gott hat, Ihn durch seine Sünden zu beleidigen. Gott liebt die Menschen, und jeder Christ sollte fürchten, diese Liebe zu verletzen, genauso sollen die Männer ihre Frauen lieben, die Frauen aber sollten fürchten, diese Liebe zu zerstören. Übrigens “weder der Mann ohne die Frau noch die Frau ohne den Mann”.

Im Christentum wird die Familie eine “kleine Kirche” genannt. Die Beziehungen in der Familie zwischen allen ihren Mitgliedern sollten nicht nur auf das Alltagsleben ausgerichtet sein. Die Familie ist ein christliches Geheimnis, und nicht umsonst steht das Sakrament der Ehe an ihrem Beginn; sie hat durch die sakramentale Gnade Bestand und schöpft aus ihr Kraft. Eine echt christliche Familie hilft jedem Mitglied, ein vorbildliches Glied der Kirche zu sein, und stört dabei nicht. Das wichtigste Fundament der christlichen Familie sind natürlich die Liebe und der orthodoxe Glaube, die Mann und Frau zu Verbündeten im Geist machen, ihre Taten und Gedanken beflügeln, sie zu einem gemeinsamen Ziel führen und mit der Zeit nicht altern wie die körperliche Anziehungskraft. “Wunderbar ist das Joch zweier gläubiger Menschen “, schrieb der bekannte christliche Schriftsteller Tertullian, “die ein und dieselbe Hoffnung haben, die nach ein und denselben Regeln leben, die dem einen Herrn dienen. Sie beten gemeinsam, sie fasten gemeinsam, sie lehren und ermahnen einander. Sie sind gemeinsam in der Kirche, gemeinsam beim Abendmahl des Herrn (d. h. der Liturgie), gemeinsam in Trauer und Verfolgung, in der Buße und Freude. Sie sind Christus gefällig, und Er schickt ihnen Seinen Frieden. Und wo zwei in Seinem Namen sind, ist kein Platz für das Böse. Und selbstverständlich ist eine echt christliche Ehe nicht anstößig oder abzulehnen. Der Apostel Paulus mahnt, falschen Lehrern keinen Glauben zu schenken, die in der Endzeit die Ehe verbieten wollen.


Wann darf man heiraten?

Das Sakrament der Ehe wird in der Orthodoxen Kirche nicht an jedem Tag gespendet. Trauungen finden nicht statt: während aller vier Fastenzeiten, am Tag vor den Fasttagen Mittwoch und Freitag (d. h. am Dienstag und Donnerstag), aber auch am Vortag des Sonntags (d. h. am Samstag) und am Vortag der großen Festtage, damit der Abendgottesdienst vor den Festtagen nicht versäumt und durch Vergnügungen und das Festmahl nicht behindert wird. Trauungen werden auch nicht am Vortagund am Tag der Enthauptung bzw. Auffindung des Hauptes Johannes des Täufers, am Vortag und am Tag der Kreuzerhöhung sowie in der Osterwoche und zwischen Weihnachten und Epiphanie gehalten. Gemäß diesen Regeln kann man an Sonntagen, Montagen, Mittwochen und Freitagen heiraten, wenn keine Fastenzeit ist.


Wer kann gekrönt werden?

Gekrönt werden können diejenigen Getauften, die eine Ehe eingehen und Gott das Versprechen geben wollen, dass diese Ehe für ihr ganzes Leben gilt. Die zukünftigen Eheleute dürfen anderen gegenüber durch kein Eheversprechen verpflichtet sein. Darüber befragt der Priester die Eheleute ausdrücklich bei der Trauung. Die zukünftigen Eheleute dürfen in keiner Blutsverwandtschaft oder geistlichen Verwandtschaft zueinander stehen. Diese Frage kann nur der Priester klären. Der Priester überprüft, ob es keine kirchlichen Ehehindernisse gibt: ob der Bräutigam und die Braut in einem geistlichen Verwandtschaftsverhältnis zueinander stehen und ob beide den christlichen Glauben bekennen.

((Книга о церкви: Лоргус,Дудко))
(использованы кадры из фильма “Азбука Православия”)

Quelle: http://www.deutsch-orthodox.de

nach oben


 

Priesterweihe und Mönchweihe

Das Sakrament der Priesterweihe oder die Cheirotonie (griech. “Handauflegung”) ist die Erhebung in den Priesterstand. Dieser umfasst drei Stufen: Diakon, Priester und Bischof. Demzufolge gibt es drei Stufen des Sakraments: die Diakonsweihe, die Priesterweihe und die Bischofsweihe.

Alle sechs Sakramente, die schon behandelt wurden, kann ein Priester spenden, dieses siebente Sakrament jedoch nur ein Bischof. Es heißt auch Handauflegung, weil der Bischofbei der Spendung des Sakraments seine Hände auf das Haupt des Weihekandidaten legt; auf ihn kommt durch die Hände des Bischofs die Gnade Gottes, die ihn in dieses heilige Amt erhebt. Dieses Sakrament wird in der Kirche besonders feierlich während der Liturgie gespendet, in Anwesenheit des Volkes, das die Worte des Bischofs “Axios!” (“Würdig!”) gleichsam bestätigt.


Wem wird das Sakrament gespendet?

Priester kann in der Orthodoxen Kirche nur ein Mann werden. Dies erinnert uns an die Person Christi, den der Priester bei der Feier der Sakramente verkörpert, und schmälert keineswegs die Würde der Frau. Es kann jedoch auch nicht jeder Mann Priester werden. Der Apostel Paulus nennt in seinem Brief an Timotheus die Eigenschaften, die ein Priester haben sollte: Er soll ein Mann ohne Tadel sein, nur einmal verheiratet, nüchtern, besonnen, von würdiger Haltung, gastfreundlich, fähig zu lehren; er sei kein Trinker und kein gewalttätiger Mensch, sondern rücksichtsvoll; er sei nicht streitsüchtig und nicht geldgierig (vgl. 1 Tim 3, 2 -7). Er soll auch gut mit seiner Familie zurechtkommen, und seine Kinder sollen gehorsam und anständig sein, denn der Apostel bemerkt: “Wer seinem eigenen Hauswesen nicht vorstehen kann, wie soll der für die Kirche Gottes sorgen?”

Es ist verboten, einen Neubekehrten zum Priester zu weihen, “sonst könnte er hochmütig werden”. Ein Priester soll auch nicht nur von den Mitgliedern der Kirche geachtet werden, sondern auch von “Außenstehenden”, so dass “keine üble Nachrede” über ihn entsteht.


Die Mönchweihe.

Mönch bedeutet in der Übersetzung aus dem Griechischen “Einsamer”, “Einsiedler”. Die Mönche legen besondere monastische Gelübde ab, die nicht für alle Christen verpflichtend sind, jedoch jenen, die sich entschieden haben, diese Versprechen mit Gottes Hilfe zu befolgen, die Möglichkeit geben, die Höhen des geistlichen Lebens zu erlangen.

  • Das erste Gelübde ist das der Keuschheit. Der Mönch entsagt dem Familienleben, obwohl dieses von der Kirche nicht als etwas Unwürdiges verurteilt wird. Dieser freiwillige Verzicht erlaubt ihm, sich ganz und ohne jeden Vorbehalt dem Dienst an Gott und dem Gebet für die ganze Welt zu widmen.
  • Das zweite Gelübde ist das der freiwilligen Armut oder Besitzlosigkeit. Die Sorge um die irdischen Güter erfordert viel Kraft und Zeit, die der Mönchjedoch Gott allein widmen soll. Er hat keine Verpflichtungen einer Frau oder Kindern gegenüber und braucht sich deshalb auch nicht um Geld zu sorgen.
  • Das dritte Gelübde ist das des völligen Gehorsams seinem geistlichen Führer oder Vater gegenüber. Der Weg, den der Mönch beschreitet, erfordert eine Führung durch erfahrene Menschen, die diesen Weg schon gegangen sind und alle seine Schwierigkeiten und Gefahren kennen und deshalb auch die nötige Hilfegeben können. Um sich aufdiesem Wegnichtzuverirren, muss der Mönch widerspruchslos seinem geistlichen Vater gehorchen.

Das Mönchtum umfasst drei Stufen. Die erste ist das Noviziat. Der Novize lebt wie die übrigen Brüder und unterscheidet sich in nichts von ihnen, hat aber die Gelübde noch nicht abgelegt. Der Novize prüft sich und seine Wahl. Diese Stufe des Mönchtums heißt auch Rhasophor (in der Übersetzung aus dem Griechischen “das Tragen des Rhason”), es hat sich nur die Kleidung verändert, da der Novize die Gelübde noch nicht abgelegt hat, und der Welt noch nicht gestorben ist.

Das eigentliche Mönchtum umfaßt zwei Stufen: das kleine und große Schema. Mönche des kleinen Schemas nennt man oft bloß Mönche, die des großen Schemas: schimonachi oder schimniki.

Die schwarze Kleidung des Mönchs erinnert an Demut, Abgeschiedenheit, ein Leben in Armut und Reue über die Sünden.

((Книга о церкви: Лоргус,Дудко))

Quelle: http//www.deutsch-orthodox.de

nach oben


 

Die Krankensalbung

Die heilige Ölung oder die Krankensalbung ist das Sakrament, in dem die Kirche für einen Kranken die Gnade Gottes erfleht, welche die Krankheiten der Seele und des Leibes durch Salbung mit geweihtem Öl heilt. Es gibt fast niemanden, der nicht weiß, was Krankheit ist. Sogar jene, die in der Jugend völlig gesund waren, verlieren diese Gesundheit im Alter und sterben schließlich. So sind die Gesetze unserer Welt, in der die Sünde das Leben zerstört. Die unvermeidliche Folge der Sünde sind Krankheiten und Tod. Es ist sinnlos, den Körper zu heilen, wenn die Seele krank ist. Früher oder später wird der Körper zur Erde zurückkehren, aus der er geschaffen wurde, der Geist aber geht zu Gott, wo er Ihm Antwort geben wird für alles, was er im irdischen Leben Gutes und Böses getan hat. Deshalb darf man, wenn man den Körper heilen will, die Seele nicht vergessen. Sogar wenn sich erfahrene Ärzte um unsere Gesundheit bemühen, schenkt Gott die Heilung, und wenn Er nicht will, werden alle Anstrengungen der Ärzte umsonst sein. Und umgekehrt hat der Herr die Macht, jeden Menschen nach seinem Glauben zu heilen, und zwar den ganzen Menschen, sowohl die Seele als auch den Körper, sogar wenn kein Arzt den Kranken berührt. Das Sakrament der Krankensalbung will uns, wenn wir beginnen den Körper zu heilen, nicht auf die Seele vergessen lassen und auf den Grund der Krankheit -die Sünde. Im Rituale steht geschrieben, dass dieses Sakrament “schwer Kranken” gespendet wird, obwohl viele nach dem Rat ihrer Beichtväterjedes Jahr zur Krankensalbung gehen, da das Sakrament nicht nur zur Heilung des Leibes, sondern auch zur Heilung der Seele dient -und das in erster Linie. Die Spendung des Sakramentes der Krankensalbung bedeutetjedochnicht, dass man aufhören sollte,Medikamenteeinzunehmen oder einen Arzt aufzusuchen, denn wenn Heilung durch einen Arzt geschieht, so ist auch dies von Gott. Oft wird die Krankensalbung mit der Beichte und Kommunion verbunden. Wenn der Kranke vor dem Tod steht, empfangt er zuerst das Sakrament der Buße und die Kommunion, dann erst die Krankensalbung. Gewöhnlich jedoch, wenn der Kranke nicht in Todesgefahr ist, beichtet er zuerst und wird anschließend gesalbt. Den Regeln nach müsste das Sakrament der Krankensalbung im Namen der Fülle der Kirche von sieben Presbytern -Priestern gespendet werden und heißt deshalb auch Soborovanie (vom kirchenslawischen Wort soborVersammlung). Deshalb wird auch der Ritus des Sakramentes in sieben Teile geteilt. Injedem einzelnen werden spezielle Gebete und je eine Perikope aus den Apostelbriefen und den Evangelien gelesen.Jedoch hat heute eine Pfarrei selten sieben Priester. Gewöhnlich wird das Sakrament daher von einem Priester gespendet, besonders wenn es im Haus des Kranken geschieht. Dies erlaubt die Kirche im Notfall, wenn die volle Anzahl von Priestern nicht zur Verfügung steht. In diesem Fall liest ein einziger Priester im Namen der ganzen Versammlung alle Gebete und vorgesehenen Lesungen.


Der Ritus des Sakraments.

Das Sakrament der Krankensalbung heißt auch noch Soborovanie, da es von sieben Priestern gespendet wird, d. h. von der “Versammlung”der Priester. Die Zahl “sieben” ist in der Kirche heilig und sie hat eine tiefe Bedeutung. So ist die Zahl der Sakramente sieben, es gibt die sieben Gaben des Heiligen Geistes, sieben Ökumenische Konzilien u.S.W. “Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben.” Dieses Gebot des Apostels Jakobus wird im Sakrament der Krankensalbung erfüllt.Nach der Lesung des Evangeliums und der Gebete wird die erste Salbung vollzogen. Der erste Priester nimmt den Pinsel, taucht ihn in das Öl und salbt kreuzförmig Stirn, Nase, Wangen, Lippen, Brust und Hände des Kranken. Dabei liest der Priester ein besonderes Gebet: “Heiliger Vater, Arzt der Seele und des Leibes, Du sandtest Deinen einziggeborenen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, der alle Krankheit heilt und vom Tode erlöst. Heile auch Deinen Diener (Deine Dienerin) (Name) von der ihn (sie) umfangenden körperlichen und seelischen Krankheit und belebe ihn (sie) durch die Gnade Deines Christus… ” Bei jeder folgenden Salbung mit Öl wird das Gleiche wiederholt. Es werden Abschnitte aus Apostelbriefen gelesen, danach das Evangelium, dann liest der nächste Priester Gebete und salbt den Kranken -und so sieben Mal. Nach der letzten -siebenten -Salbung stellen sich die Priester im Kreis um den Kranken, der erste öffnet das Evangeliar und legt es so auf den Kopf des Kranken, dass der Kopf sich zwischen den geöffneten Seiten befindet, und liest ein Gebet, in dem er sagt, dass nicht er -der Priester -seine sündige Hand auf das Haupt des Kranken legt, sondern “Deine machtvolle und kräftige Hand, die in diesem Heiligen Evangelium ist” (so unterscheidet sich dieser Ritus übrigens von der Praxis vieler Heiler, die mit ihren eigenen Händen heilen), und im Weiteren bittet er um die Vergebung der Sünden und Gesundheit für den Kranken. Der Kranke wiederholt während der Lesung dieses Gebetes ständig “Herr, erbarme Dich”. Nach kurzen Abschlussgebeten verneigt sich der Kranke dreimal vor den Priestern und spricht: “Segnet mich, heilige Väter, und vergebt mir Sünder!”

((Книга о церкви: Лоргус,Дудко))

Quelle: http://www.deutsch-orhodox.de

nach oben